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Händehygiene - Gebot der nachhaltigen Infektionsprävention

Aktualisiert: Mai 26

Serie nachhaltige Infektionsprävention – Teil 1

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Kontinuierliche – und korrekte – Händehygiene ist eine der wichtigsten Massnahmen, die helfen werden, auch in den nächsten Monaten das Risiko für ein Wiederansteigen der Corona-Infektionsraten zu minimieren. Und die ist auch später sinnvoll, für zukünftige Pandemien oder in der nächsten Grippesaison.


Nicht nachlassen also. Nur: nicht nachlassen - wie schafft man das?


Auch für Spitaler, wo die Händehygiene einer der wichtigsten Schwerpunkte bei der Vermeidung spitalassoziierter Infektionen ist, ist es eine Herausforderung, die Compliance mit den Regeln guter Händehygiene aufrecht zu erhalten. Dazu braucht es umfassende Konzepte, sehr viel Beharrlichkeit und gute fachliche Unterstützung.


Spitäler können die multimodale Strategie der WHO zur Verbesserung der Infektionspräventions-Praxis und speziell der Händehygiene nutzen. Die Grundlage für einen solchen Ansatz findet sich in den Verhaltens­wissenschaften. Nach dem COM-B Modell zum Beispiel entsteht Verhalten (behaviour) in einem Rahmen aus Fähigkeiten (capablities), Gelegenheit (opportunity) und Motivation (motivation) (Michie, 2011).


Die multimodale Strategie der WHO für die Infektionsprävention im Allgemeinen und Händehygiene im Besonderen kombiniert fünf Schlüsselelemente, die ineinander greifen müssen, um Infektionspräventions­massnahmen erfolgreich zu implementieren: Infrastruktur und Verfügbarkeit, Training und Ausbildung, Kontrolle und Feedback, Erinnerungen und Kommunikation und ein Kulturwechsel (WHO Global IPC Unit, 2017) (WHO, 2020).

Dazu stellt die WHO Werkzeuge zur Verfügung, mit denen Spitäler arbeiten können, um Ihre Infektionspräventions-Massnahmen (WHO IPC Unit, 2020) und Ihre Händehygiene-Compliance (WHO Cleaner Care is Safer Care, 2020) kontinuierlich weiterzuentwickeln.


Diese Strategien können generell hilfreich sein bei der kontinuierlichen Stärkung der Händehygiene auch ausserhalb der Krankenhäuser, zum Beispiel im Rahmen eines Schutzkonzepts, wie es jetzt für die Wiederöffnung von Betrieben erforderlich ist, oder auch für die allgemeine Bevölkerung.


Bleiben Sie dran!

Weitere Themen rund um die nachhaltige Infektionsprävention in den nächsten Wochen.

Dr. Andrea Preuss ist Gastautorin mit langjähriger Industrie-Erfahrung in der Hygiene und Infektions­prävention. In einer mehrteiligen Serie greift sie für uns ausgewählte Themen in diesem Fachgebiet auf.


Literaturverzeichnis

Michie, S. (2011). A Framework for Understanding Behaviour. Implementation Science,

pp. 6-42.


WHO. (2020, 04 29). WHO Website. Retrieved from Infection Prevention Publications: https://www.who.int/infection-prevention/publications/ipc-cc-mis.pdf?ua=1


WHO Cleaner Care is Safer Care. (2020, 04 30). HHSA Framework. Retrieved from https://www.who.int/gpsc/5may/hhsa_framework/en/


WHO Global IPC Unit. (2017). Leadership and programme management in infection prevention and control. IPC Training - Presentation. Retrieved from http://www9.who.int/infection-prevention/tools/core-components/en/


WHO IPC Unit. (2020, 04 30). Infection Prevention and Control Assessment Framework at the Facility Level. Retrieved from https://www.who.int/infection-prevention/tools/core-components/en/

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